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Ratgeber · KI im Vertrieb

KI in der Kaltakquise: was sinnvoll ist und was nicht

KI hilft in der Kaltakquise vor und nach dem Anruf stark: Sie findet Firmen mit einem aktuellen Anlass, bereitet das Gespräch vor und überträgt die Notizen ins CRM. Den Anruf selbst sollte ein Mensch führen – rechtlich, weil ein KI-Telefonbot für Werbeanrufe voraussichtlich auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung braucht, und praktisch, weil ein Mensch am Telefon besser zuhört, nachfragt und Termine vereinbart.

Von Florian Weippert, Gründer von DEALMAKERS, Mitgründer der KI-Agentur PrioX und Master „Business with AI“ – seit rund 20 Jahren im B2B-Vertrieb. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI lohnt sich in der Kaltakquise vor und nach dem Anruf: Auswahl, Anlass, Recherche, Vorbereitung und Protokoll.
  • Recherche vor dem Anruf: bei uns etwa 5 statt 30 bis 40 Minuten – bis zu 90 Prozent weniger Recherchezeit.
  • Den Anruf selbst sollte ein Mensch führen – rechtlich und weil es am Telefon besser funktioniert.
  • Ein KI-Telefonbot dürfte als automatische Anrufmaschine gelten und braucht dann auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG).
  • Seit dem 2. August 2026 verlangt die KI-Verordnung, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einer KI sprechen (Art. 50).
  • Den größten Hebel hat KI bei der Frage, wen Sie heute anrufen, warum gerade jetzt und wann die Person erreichbar ist.
  • Angaben der KI über Firmen und Personen prüfen Sie vor dem Anruf selbst an der Quelle.

Was bringt KI in der Kaltakquise wirklich?

KI bringt in der Kaltakquise vor allem bessere Anrufe, nicht mehr Anrufe. Sie übernimmt die Arbeit vor dem Gespräch – welche Firmen gerade passen, warum gerade jetzt, wer zuständig ist und wie die Person erreichbar ist – und die Arbeit danach: Notizen, CRM, Nachfassen. Den Anruf selbst sollte ein Mensch führen: rechtlich, weil Werbeanrufe durch eine KI viel enger geregelt sind als Anrufe durch Menschen, und praktisch, weil ein Termin aus Zuhören, Rückfragen und Vertrauen entsteht, nicht aus einem gut formulierten Text.

Wie groß der Unterschied ist, zeigen unsere eigenen Zahlen. Ohne KI-Auswahl, Direktnummer und das Wissen, wann die Person erreichbar ist, führen 100 Wählversuche nach unserer Erfahrung zu etwa 10 bis 20 Gesprächen und ein bis drei Terminen. Mit KI-Auswahl, Direktnummer und Erreichbarkeit sind in passenden Projekten unter optimalen Bedingungen bis zu 50 Gespräche und 20 Termine möglich. Das sind Spitzenwerte aus DEALMAKERS-Projekten, kein Durchschnitt und keine Zusage. Grundlage unserer Erfahrungswerte sind über 20 Kundenprojekte und rund 10.000 Anrufe seit 2021, mit der Vorerfahrung des Teams 100.000 und mehr Anrufe.

Die drei Hebel bedeuten Folgendes:

  • KI-Auswahl: Angerufen werden nur Firmen mit einem aktuellen, öffentlich sichtbaren Anlass, etwa einer Stellenanzeige oder einem neuen Standort.
  • Direktnummer: Der Anruf landet bei der zuständigen Person und nicht in der Zentrale.
  • Erreichbarkeit: Unsere App zeigt live, ob die Person gerade in einem Termin ist und wann sie wieder erreichbar ist. Gewählt wird erst, wenn sie frei ist. Allein dadurch erreichen wir bis zu 60 Prozent mehr der gewünschten Personen (Erfahrungswert).

Zeit spart KI zusätzlich, und zwar deutlich. In unserer eigenen Akquise dauerte die Vorbereitung eines Anrufs früher 30 bis 40 Minuten, mit KI sind es heute etwa 5 Minuten – bis zu 90 Prozent weniger Recherchezeit (Erfahrungswert). In der Umfrage „State of Sales 2026“ von Salesforce unter 4.050 Vertriebsleuten in 22 Ländern erwarten die Befragten, dass KI-Agenten ihre Recherchezeit um 34 Prozent senken – eine Erwartung, kein gemessener Wert. Wichtiger als die gesparte Zeit ist der Zeitpunkt: Ob Sie eine Firma in der Woche anrufen, in der das Thema dort ohnehin auf dem Tisch liegt, entscheidet, ob überhaupt ein Gespräch entsteht.

Vorher und nachher: Kaltakquise ohne und mit KI

Früher hieß Kaltakquise: eine Liste nehmen und blind von oben nach unten anrufen. Heute wissen Sie vor dem Anruf, wen Sie anrufen, warum gerade jetzt und was Sie mit einem echten Grund sagen können. Die Tabelle zeigt den Unterschied anhand unserer Erfahrungswerte.

FrageOhne KIMit KI
Wen rufe ich an?Die Liste von oben nach untenFirmen mit einem aktuellen Anlass, nach Dringlichkeit sortiert
Wer ist zuständig?Über die Zentrale durchfragenZuständige Person mit Direktnummer steht vorher fest
Was sage ich?Allgemeine Vorstellung des eigenen AngebotsErster Satz mit echtem Grund: Anlass, Quelle, Datum
Wann rufe ich an?Irgendwann, oft im falschen MomentWenn die Person laut App frei ist – bis zu 60 Prozent mehr erreicht
Recherche je Anruf30 bis 40 Minutenetwa 5 Minuten – bis zu 90 Prozent weniger
Wählversuche je Termin30 bis 100unter optimalen Bedingungen etwa 5

Warum der Anruf beim Menschen bleibt

Ein Kaltanruf ist ein Gespräch mit offenem Ausgang. Nach unserer Erfahrung sagen die wenigsten Angerufenen sofort klar Ja oder Nein. Ob aus einem zögernden „Schicken Sie mal was“ ein Termin wird, hängt davon ab, ob der Anrufer den Zwischenton hört und die passende Rückfrage stellt. Dazu kommt Verbindlichkeit: Einen Termin sagt ein Entscheider einem Menschen zu, der zugehört hat und für das Gesagte geradesteht. Und je mehr automatisch erzeugte Ansprache Ihre Wunschkunden erreicht, desto mehr fällt ein gut vorbereiteter Anruf von einem Menschen auf.

Welche Schritte der Kaltakquise kann KI übernehmen?

KI kann fast jeden Schritt rund um den Anruf vorbereiten oder übernehmen. Beim Menschen bleiben zwei Dinge: das Gespräch selbst und das Urteil, ob ein Anlass wirklich zum eigenen Angebot passt. Die Tabelle zeigt die Aufteilung für den ganzen Ablauf.

SchrittWas die KI machtWas der Mensch macht
Zielfirmen auswählensortiert den Markt nach Branche, Größe, Region und Ausschlusskriterien und findet auch Firmen, die noch nicht im CRM stehenlegt fest, wer passt und wer nicht – das Zielbild kommt aus dem Vertrieb, nicht aus dem Werkzeug
Anlass erkennenbeobachtet laufend Stellenanzeigen, Registereinträge, Pressemeldungen und Firmenwebsites und meldet Veränderungen mit Quelle und Datumentscheidet, ob der Anlass zum Angebot passt und wie lange er trägt
Ansprechpartner und Durchwahl findengleicht Name, Funktion und Kontaktdaten aus Datenbanken und öffentlichen Quellen abprüft, ob die Person noch im Amt und wirklich zuständig ist
Recherchefasst Website, Jahresabschluss, Nachrichten und öffentliche Beiträge auf einer Seite zusammenliest gegen, streicht alles ohne Beleg und markiert den einen Punkt fürs Gespräch
Erster Satzschreibt mehrere Entwürfe zum Anlasswählt einen aus, kürzt ihn und sagt ihn laut, bis er nach eigenen Worten klingt
Einwände übenspielt im Rollenspiel den skeptischen oder eiligen Angerufenenübt die Antworten, bis sie ohne Zettel sitzen
Gesprächzeigt vorher, ob die Person gerade in einem Termin ist und wann sie wieder erreichbar ist; im Gespräch selbst nichts außer der vorbereiteten Karte auf dem Bildschirmführt das Gespräch, hört zu, fragt nach und vereinbart den nächsten Schritt
Nachbereitung und CRMmacht aus diktierten Notizen ein Protokoll und füllt die Felder im CRMprüft das Protokoll, ergänzt den Eindruck aus dem Gespräch und gibt frei
Nachfassenschlägt Zeitpunkt und neuen Anlass vor und erinnert an vereinbarte Rückruferuft mit neuem Grund wieder an – oder akzeptiert ein klares Nein

KI hilft dagegen nicht bei der Frage, ob ein Anlass für Ihr Angebot zählt. Zwei neue Vertriebsstellen sind für eine Personalberatung ein starker Grund anzurufen, für einen Anbieter von Lagertechnik vielleicht keiner. Diese Einordnung ist Vertriebswissen. DEALMAKERS beobachtet über 40 Arten von Anlässen, in den meisten Projekten tragen fünf bis acht davon den Großteil der Termine. Welche das sind und wie lange sie tragen, beschreibt der Ratgeber Gesprächsgründe für die Kaltakquise.

Darf eine KI kalt anrufen?

Eine KI darf zu Werbezwecken in aller Regel nur Menschen anrufen, die vorher ausdrücklich eingewilligt haben – auch im B2B. Für den ersten Anruf ohne bestehende Beziehung kommt ein KI-Telefonbot, wie ihn die meisten bei „KI-Anrufen“ oder „KI-Telefonie“ meinen, damit kaum in Frage. Ein Mensch darf ein Unternehmen dagegen schon bei mutmaßlicher Einwilligung anrufen. Die folgende Einordnung ist Orientierung, keine Rechtsberatung.

Was § 7 UWG sagt

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) nennt in § 7 Abs. 2 zwei Fälle, die für die Kaltakquise zählen:

  • Nr. 1, Telefonanruf: Werbung mit einem Telefonanruf braucht bei Verbrauchern eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Bei Unternehmen genügt die „zumindest mutmaßliche Einwilligung“. Dafür muss vor dem Anruf ein konkreter sachlicher Grund vorliegen, warum gerade diese Firma Interesse haben könnte.
  • Nr. 2, automatische Anrufmaschine und elektronische Post: Werbung „unter Verwendung einer automatischen Anrufmaschine, eines Faxgerätes oder elektronischer Post“ braucht immer eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten. Zwischen Verbrauchern und Unternehmen unterscheidet das Gesetz hier nicht.

Ob ein KI-Telefonbot als automatische Anrufmaschine gilt, sagt das Gesetz nicht ausdrücklich, und eine Gerichtsentscheidung dazu haben wir nicht gefunden (Stand Oktober 2026). Ein Bot, der selbstständig wählt und das Gespräch führt, dürfte aber darunterfallen, weil am Telefon kein Mensch spricht. Gehen Sie deshalb von Nr. 2 aus: Werbeanrufe durch einen Bot nur bei Kontakten, die vorher ausdrücklich eingewilligt haben.

Was die KI-Verordnung zusätzlich verlangt

Seit dem 2. August 2026 gilt außerdem die Transparenzpflicht der europäischen KI-Verordnung (AI Act). Nach Art. 50 Abs. 1 müssen KI-Systeme, die für die direkte Interaktion mit Menschen bestimmt sind, so gebaut sein, dass die Menschen erfahren, dass sie mit einem KI-System interagieren – es sei denn, das ist aus den Umständen offensichtlich. Am Telefon ist es das selten. Nach Abs. 5 muss der Hinweis spätestens bei der ersten Interaktion kommen, klar und eindeutig. Die Pflicht richtet sich an den Anbieter, also den Hersteller des Telefonbots. Wer einen Bot einsetzt, sollte trotzdem prüfen, dass er sich im ersten Satz als KI zu erkennen gibt.

Die Änderungsverordnung (EU) 2026/1744 vom Juli 2026 hat diese Pflicht nicht verschoben. Eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 gibt es nur für die maschinenlesbare Kennzeichnung künstlich erzeugter Inhalte (Art. 50 Abs. 2) bei Systemen, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren. Wichtig für die Praxis: Der Hinweis auf die KI ersetzt keine Einwilligung nach dem UWG.

E-Mail und LinkedIn sind keine Ausweichkanäle

Werbe-E-Mails brauchen nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ebenfalls eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, egal ob ein Mensch oder eine KI sie schreibt. Die Ausnahme in Abs. 3 setzt unter anderem voraus, dass Sie die Adresse beim Verkauf von diesem Kunden selbst erhalten haben; zur Kaltakquise passt sie nicht. Auch LinkedIn-Nachrichten sind kein freier Ersatzkanal: Sie können rechtlich wie elektronische Post behandelt werden, dazu kommen die Regeln der Plattform.

Wer meldet sich?Bei wem?Was nötig istFundstelle
Mensch am TelefonUnternehmenzumindest mutmaßliche Einwilligung: ein konkreter sachlicher Grund, vor dem Anruf belegt§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG
Mensch am TelefonVerbrauchervorherige ausdrückliche Einwilligung§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG
KI-TelefonbotUnternehmen und Verbrauchervorherige ausdrückliche Einwilligung, weil der Bot als automatische Anrufmaschine gelten dürfte; dazu der Hinweis, dass eine KI spricht§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG; Art. 50 Abs. 1 und 5 KI-Verordnung
Werbe-E-Mail, auch von KI geschriebenUnternehmen und Verbrauchervorherige ausdrückliche Einwilligung; enge Ausnahme für Bestandskunden§ 7 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 UWG
LinkedIn-NachrichtUnternehmenkann rechtlich wie elektronische Post behandelt werden; Plattformregeln kommen hinzu§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG, Einordnung im Einzelfall

Wo KI-Telefonie eher passt: bei eingehenden Anrufen, etwa um Anfragen anzunehmen, zu sortieren und an die richtige Person weiterzuleiten. Auch dort muss der Anrufer erfahren, dass er mit einer KI spricht. Mehr zur Rechtslage der Kaltakquise insgesamt steht im Ratgeber Kaltakquise im B2B.

Wie läuft ein Anruf mit KI-Vorbereitung ab?

Ein Anruf mit KI-Vorbereitung folgt immer derselben Reihenfolge: Anlass prüfen, Person prüfen, ersten Satz wählen, anrufen, nachbereiten. Ein Beispiel: Sie verkaufen Software für die Tourenplanung im Außendienst.

  1. Die Liste des Tages: Die KI hat über Nacht öffentliche Quellen ausgewertet und legt eine kurze Liste mit Firma, Anlass, Quelle und Datum vor. Darauf steht ein Großhändler für Haustechnik aus Ihrer Region, der zwei Stellen im Außendienst ausgeschrieben hat.
  2. Anlass prüfen: Sie öffnen die Stellenanzeige selbst. Sie ist neun Tage alt und nennt die Planung der Kundenbesuche als Aufgabe. Der Anlass passt.
  3. Person prüfen: Die KI nennt die Vertriebsleiterin mit Durchwahl. Sie prüfen auf der Website, ob sie noch im Amt ist. Ein falscher Name im ersten Satz kostet mehr als jede gesparte Minute.
  4. Spickzettel erstellen lassen: Die KI fasst auf einer halben Seite zusammen, was die Firma macht, wie sie zuletzt gewachsen ist und was die Vertriebsleiterin öffentlich geschrieben hat – jeder Punkt mit Quelle. Dazu kommen drei Entwürfe für den ersten Satz und die zwei wahrscheinlichsten Einwände.
  5. Ersten Satz wählen: Sie nehmen einen Entwurf, kürzen ihn auf einen Anlass und eine Frage und sprechen ihn zweimal laut.
  6. Anrufen, wenn sie erreichbar ist: Wer weiß, dass die Vertriebsleiterin bis halb elf in einem Termin sitzt, ruft um halb elf an und nicht um zehn. Bei DEALMAKERS zeigt eine App live, ob die Person gerade in einem Termin ist; ohne ein solches Werkzeug sind nach unserer Erfahrung der Vormittag nach dem Tagesstart und der spätere Nachmittag meist die besseren Zeiten. Das Gespräch führen Sie selbst, der Spickzettel liegt daneben.
  7. Nachbereiten: Direkt nach dem Auflegen diktieren Sie zwei, drei Sätze. Die KI macht daraus ein Protokoll mit Ergebnis, offenen Fragen und nächstem Schritt fürs CRM. Sie lesen gegen und geben frei.
  8. Nachfassen planen: Hat die Vertriebsleiterin um einen Rückruf in zwei Wochen gebeten, steht der Termin im Kalender, mit dem Hinweis, was sich seitdem bei der Firma getan hat.

Die KI hat in diesem Ablauf keinen einzigen Satz am Telefon gesagt. Sie hat dafür gesorgt, dass der richtige Mensch zur richtigen Zeit mit einem überprüfbaren Grund anruft und dass nach dem Gespräch nichts verloren geht. Wie Sie solche Anrufe im Team organisieren, beschreibt der Ratgeber Telefonakquise.

Wie klingt ein guter erster Satz mit öffentlichem Anlass?

Ein guter erster Satz nennt genau einen öffentlichen, überprüfbaren Anlass, sagt kurz, warum Sie anrufen, und stellt eine Frage, auf die das Gegenüber knapp antworten darf. Er verkauft noch nicht. KI liefert dafür schnell Entwürfe; welcher Anlass trägt und wie der Satz klingt, entscheiden Sie. Vier Beispiele:

  • „Sie haben letzte Woche zwei Stellen für den Vertrieb in Wien ausgeschrieben. Ich rufe an, weil wir Firmen beim Aufbau neuer Vertriebsgebiete unterstützen. Darf ich kurz fragen, wie Sie dort die ersten Kundengespräche organisieren?“
  • „Sie haben angekündigt, im Frühjahr einen zweiten Standort in Leipzig zu eröffnen. Ich melde mich, weil wir Lager für neue Standorte planen und einrichten. Ist die Frage nach dem Lager dort schon entschieden, oder ist es dafür noch zu früh?“
  • „Sie haben vor drei Wochen die Vertriebsleitung übernommen, so stand es in Ihrer Pressemitteilung. Wir unterstützen Vertriebsleiter in den ersten Monaten bei der Neukundenansprache. Ist es gerade ein ganz schlechter Moment für eine kurze Frage?“
  • „Ihr Unternehmen stellt im November zum ersten Mal auf der Messe in Nürnberg aus. Ich rufe an, weil wir für Aussteller die Gespräche nach der Messe übernehmen. Steht schon fest, wer sich bei Ihnen um die Kontakte vom Stand kümmert?“

Was in keinen ersten Satz gehört: Beobachtungen über einen längeren Zeitraum („Sie posten seit Monaten weniger“), mehrere Anlässe auf einmal und alles, was das Gegenüber nicht selbst nachprüfen kann. Solches Wissen hilft beim Zeitpunkt, wirkt im Einstieg aber wie Überwachung. KI-Entwürfe packen gern alles hinein, was die Recherche gefunden hat. Streichen Sie, bis ein Anlass und eine Frage übrig bleiben. Den Aufbau aus Grund, Transparenz, Frage und Erlaubnis erklärt der Ratgeber Kaltakquise im B2B ausführlich.

Reichen Prompts in ChatGPT für die Kaltakquise?

Für einen einzelnen Anruf helfen Prompts in ChatGPT oder einem anderen KI-Assistenten, für die Kaltakquise als Ganzes reichen sie nicht. Mit einem Prompt bleibt die eigentliche Arbeit bei Ihnen: Sie müssen die Firma schon kennen, jede Firma einzeln eingeben, den Anlass selbst erfragen, die Angaben prüfen und das Ergebnis ins CRM übertragen. Ein KI-Agent – also ein System, das diese Schritte selbstständig und jeden Tag erledigt – übernimmt den ganzen Ablauf vor dem Anruf.

AufgabeMit Prompts im KI-AssistentenMit einem KI-Agenten
Welche Firmen?Sie geben jede Firma einzeln einDer Agent beobachtet den ganzen Zielmarkt und meldet Firmen mit aktuellem Anlass
Warum gerade jetzt?Sie fragen nach, ob es einen Anlass gibtDer Anlass steht fest, mit Quelle und Datum
Wen anrufen?Sie suchen die zuständige Person selbstDie zuständige Person steht fest, mit Rolle und Durchwahl
Was sagen?Ein Entwurf nach Ihrer EingabeEin erster Satz mit echtem Grund liegt bereit
Wann anrufen?UnbekanntUnsere App zeigt live, ob die Person gerade in einem Termin ist
CRMErgebnisse von Hand übertragenAlles landet direkt im CRM
QualitätHängt davon ab, wer den Prompt schreibtGleicher Standard für das ganze Team

Deshalb arbeiten wir bei DEALMAKERS nicht mit einzelnen Prompts, sondern mit einem KI-Agenten. Die Vorbereitung eines Anrufs dauert damit etwa 5 statt früher 30 bis 40 Minuten – bis zu 90 Prozent weniger Recherchezeit. Was ein KI-Agent im Vertrieb leistet, was er kostet und was er einspart, zeigt der Ratgeber KI-Agenten im Vertrieb. Wenn Sie einen solchen Ablauf im eigenen Team einführen wollen, begleitet Sie die KI-Beratung für den Vertrieb. Wenn Sie lieber gleich Termine wollen, übernimmt das unsere Kaltakquise-Agentur.

Welche Fehler passieren mit KI in der Kaltakquise am häufigsten?

Die häufigsten Fehler entstehen, wenn KI Menge liefern soll statt Qualität: Massenmails, ungeprüfte Firmendaten, Telefonbots ohne Hinweis und Listen ohne Anlass.

KI-Massenmails

Mit KI lassen sich in kurzer Zeit Hunderte scheinbar persönliche E-Mails erzeugen. Ohne vorherige Einwilligung sind Werbe-E-Mails aber unzulässig, auch im B2B (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Landen viele Mails im Spam, kommen zudem auch die normalen Mails Ihres Teams von derselben Absender-Domain schlechter an. Und wer Wunschkunden mit austauschbaren Texten anschreibt, hat sie für einen späteren, gut vorbereiteten Anruf oft schon verloren.

Erfundene Firmendaten

Sprachmodelle schreiben Angaben über Firmen und Personen, die echt klingen und falsch sind. In einer Studie der Agentur maxonline aus dem Jahr 2026, die selbst Leistungen für KI-Sichtbarkeit anbietet, waren 96 Prozent der Geschäftsführer, die ChatGPT für 150 mittelständische Firmen aus dem DACH-Raum nannte, frei erfunden. Ein falscher Name im ersten Satz beendet das Gespräch, bevor es begonnen hat. Lassen Sie die KI deshalb nur mit Quellen arbeiten und prüfen Sie Name, Funktion und Anlass vor jedem Anruf selbst.

KI-Stimme ohne Hinweis

KI-Stimmen klingen am Telefon inzwischen kaum noch nach Maschine. Ein Telefonbot, der sich nicht als KI zu erkennen gibt, erfüllt die Transparenzpflicht nach Art. 50 der KI-Verordnung nicht. Ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung dürfte schon der Werbeanruf selbst nach § 7 UWG unzulässig sein. Und fliegt die Täuschung im Gespräch auf, ist das Vertrauen weg.

Liste statt Anlass

Der teuerste Fehler ist der unauffälligste: KI wird genutzt, um eine gekaufte Liste schneller abzutelefonieren oder anzuschreiben. Dann wird nur der Zufall beschleunigt. Ohne Anlass ist der Zeitpunkt beliebig, und beliebig heißt meistens: gerade kein Thema. Setzen Sie KI zuerst dort ein, wo sie hilft zu entscheiden, wen Sie heute anrufen und warum – und erst danach beim Schreiben.

Wie DEALMAKERS KI in der Kaltakquise einsetzt

DEALMAKERS setzt KI für Auswahl, Anlass und Vorbereitung ein; die Gespräche führen erfahrene B2B-Vertriebsleute selbst. Die Arbeitsteilung ist klar geregelt:

  • Auswahl und Anlass: Die KI wertet laufend öffentliche Quellen aus – Stellenportale, Handelsregister, Jahresabschlüsse, Pressemeldungen, Firmenwebsites – und meldet, bei welchen Zielfirmen sich gerade etwas tut. Wir nutzen dafür die Werkzeuge von PrioX, einer KI-Agentur für den gesamten Vertrieb (der Autor ist Mitgründer). Welche Anlässe für Ihr Angebot zählen, legen wir vor dem Start gemeinsam fest.
  • Vorbereitung: Bei den obersten Treffern prüft ein Mensch von Hand, wer entscheidet, ob der Anlass trägt und wie der erste Satz lautet.
  • Erreichbarkeit: Unsere App zeigt live, ob die Person gerade in einem Termin ist und wann sie wieder erreichbar ist. Gewählt wird, wenn sie frei ist.
  • Gespräch: Am Telefon sitzen Menschen mit langjähriger Erfahrung im B2B-Vertrieb, kein Bot und keine kurzfristig eingelernten Kräfte, die ein Skript ablesen.
  • Termin mit Protokoll: Zu jedem Termin bekommen Sie Firma und Ansprechpartner mit Funktion und Durchwahl, den Anlass mit Quelle und Datum, die entscheidenden Aussagen aus dem Gespräch, die offenen Fragen und den bestätigten Termin im Kalender.

Erste Termine entstehen nach zwei bis vier Wochen. Eine gezielt bearbeitete Liste von rund 200 Unternehmen bringt im Monat typischerweise etwa 20 qualifizierte Termine. Etwa 60 Prozent der vereinbarten Termine führen beim Kunden zu einem Angebot; der Wert schwankt je nach Projekt. Wenn Sie die Ansprache auslagern möchten, steht der Ablauf auf der Seite zur Kaltakquise-Agentur. Wenn Ihr Team selbst anrufen soll, übt es den ersten Satz, Einwände und die Terminvereinbarung im Telefontraining am echten Telefon mit echten Zielkunden.

Wo sollten Sie mit KI in der Kaltakquise anfangen?

Fangen Sie mit KI dort an, wo sie den Anruf besser macht, nicht dort, wo sie ihn ersetzen soll. Ob Ihr Team schon mit KI arbeitet oder nicht, drei Schritte reichen für den Anfang:

  1. Anlässe festlegen: Schreiben Sie auf, woran Sie erkennen, dass ein Kunde bald kaufen könnte, und welche dieser Anlässe öffentlich sichtbar sind. Lassen Sie die KI genau danach suchen.
  2. Vorbereitung abgeben: Lassen Sie einen KI-Agenten Anlass, Ansprechpartner und ersten Satz für jeden Anruf nach demselben Muster vorbereiten, jede Angabe mit Quelle und Datum.
  3. Nachbereitung abgeben: Lassen Sie Notizen diktieren und von der KI ins CRM übertragen, damit kein Rückruf vergessen wird.

Messen Sie den Erfolg an Gesprächen und Terminen je 100 Wählversuche, nicht an geschriebenen Texten. Den Anruf selbst lassen Sie bei einem Menschen: Das ist rechtlich der einfachere Weg und am Telefon der wirksamere. Einen Überblick über KI in allen Bereichen des Vertriebs gibt der Leitfaden KI im Vertrieb. Wenn Sie KI für Recherche und Vorbereitung im eigenen Team einführen wollen, begleitet Sie die KI-Beratung für den Vertrieb mit einem Pilotprojekt für zwei Anwendungsfälle.

Florian Weippert, Vertriebsberater und Trainer, Gründer von DEALMAKERS, bei einem Vortrag

Über den Autor

Florian Weippert

Florian Weippert verkauft seit rund 20 Jahren im B2B und beschäftigt sich genauso lange mit der Frage, warum Menschen kaufen und warum nicht. Bei PayPal lag er dauerhaft über 200 % seines Ziels und hat die Inside-Sales-Academy mit aufgebaut. Als externer Director Business Development eines Berliner Fintechs verantwortete er Abschlüsse bis 500.000 Euro, bei Couplink verdoppelte er den Umsatz in zehn Monaten. Abschlüsse hat er mit kleinen und mittleren Unternehmen genauso gemacht wie mit Konzernen, Mittelständlern mit über einer Milliarde Euro Umsatz und weltweit führenden und bekannten Consumer Brands.

Seine Methode verbindet Vertriebspraxis mit Verhaltens- und Verhandlungspsychologie. Ausgebildet ist er unter anderem in Verhandlungsführung, Verhaltensanalyse und Mimikresonanz sowie als NLP-Master. Mit Vertriebsleuten hat er über 300 Coachings geführt. Aufgeschrieben hat er die Methode im 384-seitigen Handbuch „The Magic of Sales – Emotional Resonance®“. Heute berät und trainiert er mit DEALMAKERS B2B-Vertriebsteams, auch beim Einsatz von KI im Vertrieb – dafür hat er 2025 den Master „Business with AI“ an der Hochschule Fresenius abgeschlossen, zusätzlich zu seinem in Oxford erworbenen MSc in Business Management. Er ist Mitgründer von PrioX, einer KI-Agentur für den gesamten Vertrieb.

Mehr über Florian Weippert

Häufige Fragen

Darf eine KI Kaltakquise am Telefon machen?

Kaum. Werbeanrufe mit einer automatischen Anrufmaschine brauchen nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen, und ein KI-Telefonbot dürfte darunterfallen. Bei einem ersten Anruf ohne bestehende Beziehung liegt diese Einwilligung in der Regel nicht vor. Menschen dürfen Unternehmen dagegen schon bei mutmaßlicher Einwilligung anrufen (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG).

Muss sich eine KI am Telefon als KI zu erkennen geben?

Ja. Nach Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung müssen KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, so gestaltet sein, dass die Menschen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist. Der Hinweis muss spätestens bei der ersten Interaktion kommen. Die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026 und ersetzt keine Einwilligung nach dem UWG.

Was bringt KI in der Kaltakquise wirklich?

Vor allem bessere Zeitpunkte und bessere Vorbereitung. KI findet Firmen, bei denen gerade ein Anlass vorliegt, recherchiert Ansprechpartner und Hintergrund, schreibt Entwürfe für den ersten Satz und überträgt Gesprächsnotizen ins CRM. Die Recherche vor dem Anruf sinkt bei uns um bis zu 90 Prozent, von 30 bis 40 auf etwa 5 Minuten: Statt blind eine Liste abzutelefonieren, wissen Sie, wen Sie anrufen und was Sie mit echtem Grund sagen. Ohne KI-Auswahl, Direktnummer und das Wissen, wann die Person erreichbar ist, führen 100 Wählversuche nach unserer Erfahrung zu etwa 10 bis 20 Gesprächen und ein bis drei Terminen; mit KI-Auswahl, Direktnummer und Erreichbarkeit sind in passenden Projekten unter optimalen Bedingungen bis zu 50 Gespräche und 20 Termine möglich (Spitzenwerte, kein Durchschnitt, keine Zusage).

Darf ich mit KI geschriebene E-Mails für die Kaltakquise verschicken?

Nicht ohne Einwilligung. Werbung per elektronischer Post braucht nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch im B2B, egal ob ein Mensch oder eine KI den Text geschrieben hat. Die Ausnahme in § 7 Abs. 3 UWG setzt unter anderem voraus, dass Sie die Adresse beim Verkauf von diesem Kunden selbst erhalten haben, und passt deshalb nicht zur Kaltakquise.

Welche KI eignet sich für die Vorbereitung von Kaltanrufen?

Für einen einzelnen Anruf reichen allgemeine KI-Assistenten wie ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini oder Claude. Für die Kaltakquise als Ganzes braucht es einen KI-Agenten, der den Zielmarkt laufend beobachtet, Anlässe mit Quelle und Datum erkennt, die zuständige Person findet und den Anruf vorbereitet. Bei uns sinkt die Vorbereitung damit von 30 bis 40 auf etwa 5 Minuten je Anruf.

Wie verhindere ich, dass KI falsche Firmendaten liefert?

Verlangen Sie zu jeder Angabe Quelle und Datum, und lassen Sie die KI „unbekannt“ schreiben, wenn sie etwas nicht sicher weiß. Prüfen Sie Name, Funktion und Anlass vor dem Anruf selbst an der Quelle, etwa auf der Firmenwebsite oder im Handelsregister. Nennen Sie im ersten Satz nur, was das Gegenüber selbst nachprüfen kann.

Kann KI beim Telefontraining helfen?

Ja, als Übungspartner, der einen skeptischen Entscheider spielt und typische Einwände bringt. Sicherheit am Telefon entsteht aber erst bei echten Anrufen mit jemandem, der zuhört und direkt auswertet. Genau so arbeiten wir im Telefontraining: Der Trainer telefoniert live vor, dann ruft Ihr Team echte Zielkunden an.

Quellen

  • Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): § 7 Unzumutbare Belästigungen, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 17.10.2026: www.gesetze-im-internet.de
  • Europäisches Parlament und Rat: Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz (KI-Verordnung), Art. 50 und Art. 113, Amtsblatt der EU vom 12.07.2024: eur-lex.europa.eu
  • Europäisches Parlament und Rat: Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI) vom 08.07.2026, Amtsblatt der EU vom 24.07.2026: eur-lex.europa.eu
  • Salesforce: State of Sales Report 2026, 03.02.2026 – Befragung von 4.050 Vertriebsleuten in 22 Ländern, August bis September 2025: www.salesforce.com
  • maxonline: KI-Halluzinations-Studie 2026, April 2026 (aktualisiert Juli 2026) – 150 mittelständische Unternehmen aus dem DACH-Raum, Schwerpunkt Österreich; Herausgeber bietet selbst Leistungen für KI-Sichtbarkeit an: max-online.at

Mehr Gespräche mit Anlass, geführt von Menschen

Wenn Sie klären möchten, welche Anlässe in Ihrem Markt tragen und wer die Gespräche führt – Ihr eigenes Team nach einem Telefontraining oder DEALMAKERS als Kaltakquise-Agentur –, sprechen Sie mit uns. Im Erstgespräch sehen wir gemeinsam, welcher Weg zu Ihrem Vertrieb passt.