Berlin & Unterfranken · seit 2021+49 160 966 787 17hello@deal-makers.de

Ratgeber für B2B-Vertrieb

B2B-Leadgenerierung: Methoden im Vergleich und was im Vertrieb ankommt

B2B-Leadgenerierung ist der Weg, auf dem aus unbekannten Firmen Gesprächspartner für Ihren Vertrieb werden. Ein Lead ist dabei nicht jede Adresse, sondern ein Kontakt bei einer passenden Firma, der Interesse oder Bedarf erkennen lässt. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern wie viele Leads im Vertrieb zu Gesprächen und Aufträgen werden.

Von Florian Weippert, Inhaber von DEALMAKERS – seit rund 20 Jahren im B2B-Vertrieb.

Dieser Ratgeber vergleicht die gängigen Methoden ehrlich, zeigt, woran Sie einen guten Lead erkennen, und rechnet vor, was ein Lead kosten darf. Damit können Sie entscheiden, welcher Weg zu Ihrem Angebot passt.

Was ein B2B-Lead ist – und was nur eine Adresse ist

Eine Adresse ist kein Lead. Ein Firmenname mit Telefonnummer sagt nichts darüber, ob dort gerade jemand ein Problem hat, das Sie lösen. Zum Lead wird ein Kontakt erst, wenn er Interesse oder Bedarf erkennen lässt. Im Vertrieb wertvoll ist er, wenn vier Dinge zusammenkommen:

  • Passung: Die Firma gehört zu Ihren Wunschkunden nach Branche, Größe und Problem.
  • Zuständigkeit: Die Person verantwortet das Thema oder entscheidet mit.
  • Aktueller Bedarf: Es gibt einen Grund, warum das Thema gerade jetzt wichtig ist.
  • Nächster Schritt: Ein Gespräch, ein Termin oder eine verbindliche Rückmeldung ist vereinbart.

Im Marketing spricht man vom Marketing Qualified Lead (MQL), wenn jemand Interesse gezeigt hat, etwa durch einen Download. Vom Sales Qualified Lead (SQL) spricht man, wenn die vier Punkte oben geprüft sind. Für Ihren Umsatz zählt der SQL. Wer nur MQLs zählt, misst Aufmerksamkeit, nicht Vertrieb.

Inbound und Outbound: die zwei Grundwege

Inbound heißt: Interessenten kommen von selbst. Sie finden Ihre Inhalte über Google oder Social Media, sehen eine Anzeige oder laden ein Whitepaper herunter und hinterlassen dafür ihre Daten. Der Vorteil: Wer anfragt, hat sich schon mit dem Thema beschäftigt. Der Nachteil: Sie erreichen nur Menschen, die aktiv suchen, und wissen oft nicht, ob die Person entscheidet. Bis ein Inbound-Kanal trägt, vergehen meist Monate.

Outbound heißt: Sie sprechen Firmen gezielt an, am Telefon, per Direktnachricht oder auf Veranstaltungen. Der Vorteil: Sie bestimmen selbst, mit wem Sie sprechen, und erreichen auch Firmen, die nie von selbst anfragen würden. Der Nachteil: Ohne gute Vorbereitung wird daraus wahlloses Abtelefonieren, das Zielkunden eher verärgert als gewinnt.

Für erklärungsbedürftige B2B-Angebote mit mehreren Entscheidern und langen Verkaufszyklen ist gezielter Outbound meist der schnellere Weg zu planbaren Gesprächen. Inbound ergänzt ihn langfristig. Die meisten Unternehmen fahren mit einem planbaren und einem langfristigen Kanal besser als mit acht halbherzigen.

Die wichtigsten Methoden im Vergleich

Die Angaben sind Größenordnungen aus der Praxis, keine Studienwerte und keine Erfolgsgarantie. Ein Kanal ist nur dann gut, wenn er zu Ihrer Kaufentscheidung und Ihrer verfügbaren Kapazität passt.

MethodeWegZeit bis zu ersten GesprächenLaufender AufwandPasst für
Content und SEOInboundMonatemittel bis hochThemen mit Suchnachfrage
Social Media: Beiträge und NetzwerkInboundWochen bis Monatemittel bis hoch, regelmäßigFachthemen mit Gesicht dahinter
Google- und LinkedIn-AnzeigenInboundTage bis WochenWerbebudget und Pflegeklare, gesuchte Nachfrage
Whitepaper, Webinare, ChecklistenInboundWochenmittelThemen mit Erklärungsbedarf
Messen und VeranstaltungenbeidesVeranstaltungszeitraumhochAngebote, die man persönlich erklären muss
Empfehlungen und Partnerbeidesunregelmäßigniedrig bis mittelVertrauensgeschäft, ergänzende Angebote
Gekaufte Adressen und Lead-PortaleeingekauftDaten sofort, Gespräche offenPrüfung und Nacharbeitgroße Märkte mit Prüfkapazität
Telefonische DirektanspracheOutboundTage bis Wochenhochklar umrissene B2B-Zielgruppe
LinkedIn-DirektanspracheOutboundWochenmittel bis hochEntscheider, die auf LinkedIn aktiv sind

Content, SEO, Social Media und Anzeigen

Inhalte, die eine echte Frage Ihrer Zielgruppe beantworten, bringen über Jahre Besucher. Der Aufbau dauert, und Sie erreichen nur, wer aktiv sucht. Auf Social Media, im B2B vor allem auf LinkedIn, entstehen Leads über Beiträge, Kommentare und das eigene Netzwerk: Wer regelmäßig Fachwissen teilt, wird angeschrieben oder empfohlen. Das braucht Ausdauer und ein Gesicht, mit dem man sprechen möchte. Anzeigen sind schneller und gut zu testen, kosten aber laufend Budget. Prüfen Sie bei beiden nicht die Zahl der Anfragen, sondern wie viele davon zu Terminen werden.

Whitepaper, Webinare und Checklisten

Gegen eine E-Mail-Adresse gibt es Wissen. Das erzeugt Kontakte, aber selten sofort Kaufbereitschaft. Wer herunterlädt, informiert sich oft erst. Planen Sie deshalb eine Nachbetreuung ein, die prüft, ob hinter dem Download ein aktueller Bedarf steckt.

Messen, Empfehlungen und Partner

Persönliche Begegnungen und Empfehlungen bringen Vertrauen mit, sind aber schwer planbar. Messen bündeln viele Gespräche auf wenige Tage, verlangen dafür Vorbereitung und konsequentes Nachfassen danach.

Gekaufte Adressen und Lead-Portale

Eingekaufte Daten decken einen Markt schnell ab. Sie sagen aber wenig darüber, wer gerade Bedarf hat und wer zuständig ist. Diese Prüfung bleibt bei Ihnen. Vergleichen Sie Anbieter deshalb nicht nach dem Preis pro Kontakt.

Direktansprache per Telefon und LinkedIn

Die gezielte Ansprache ist der planbarste Weg zu Gesprächen mit Entscheidern, wenn zwei Dinge stimmen: die richtige Firma zum richtigen Zeitpunkt und eine Person am Telefon, die das Gespräch führen kann. Ohne diese Vorbereitung wird daraus Abtelefonieren einer Liste. Wie ein Erstgespräch aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber zur Telefonakquise.

Der größte Hebel: Firmen finden, die gerade Bedarf haben

Ob ein Kontakt zum Gespräch wird, hängt weniger an der Formulierung als am Zeitpunkt. Dieselbe Firma, die heute „kein Bedarf“ sagt, kann in drei Monaten händeringend suchen. Deshalb lohnt es sich, nicht nach Liste vorzugehen, sondern zuerst zu fragen: Bei wem ist das Thema gerade aktuell?

Hinweise darauf sind oft öffentlich zu finden: Eine Firma schreibt Vertriebsstellen aus, bekommt eine neue Geschäftsführung, eröffnet einen Standort oder sammelt Kapital ein. Wer das weiß, hat einen guten Grund für das Gespräch und muss nicht mit einer allgemeinen Vorstellung beginnen.

Von Hand ist das kaum zu leisten, weil die Hinweise über Millionen von Quellen verteilt sind. Wir nutzen dafür eine eigene KI, die Stellenanzeigen, Unternehmensnachrichten und Registereinträge laufend auswertet und die Firmen mit aktuellem Bedarf nach oben sortiert. Im Fachjargon heißt das Signal Based Selling. Für den Vertrieb zählt nur das Ergebnis: weniger Anrufe ins Leere, mehr Gespräche mit Menschen, die gerade zuhören.

Woran Sie einen guten Lead erkennen

Bevor ein Lead an den Vertrieb geht, sollte er fünf Fragen bestehen:

  1. Passt die Firma zu Ihren besten bestehenden Kunden?
  2. Ist die Person zuständig oder entscheidet sie mit?
  3. Gibt es einen nachvollziehbaren Grund, warum das Thema jetzt wichtig ist?
  4. Ist ein konkreter nächster Schritt vereinbart, mit Datum?
  5. Weiß Ihr Vertrieb aus der Übergabe, was gesagt wurde und welche Fragen offen sind?

Messen Sie Leadgenerierung deshalb nicht in Kontakten, sondern in Terminen und Aufträgen. Ein Kanal mit wenigen, aber geprüften Leads schlägt fast immer einen Kanal mit vielen Formularanfragen, die der Vertrieb erst sortieren muss.

Was ein Lead kosten darf

Pauschale Preise pro Lead sagen wenig, weil „Lead“ je nach Anbieter etwas anderes bedeutet. Belastbar wird eine Obergrenze, wenn Sie sie aus Ihrem eigenen Geschäft ableiten:

Rechenbeispiel mit Beispielwerten
SchrittRechnungErgebnis
Deckungsbeitrag pro Auftrag20.000 € Auftragswert × 40 % Marge8.000 €
Wert eines qualifizierten Termins8.000 € × 20 % Abschlussquote1.600 €
Obergrenze für die Terminierungein Viertel des Terminwerts400 € je Termin

Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein. Wer so rechnet, sieht schnell, ob ein günstiger Lead am Ende teuer ist, weil zu wenige davon zu Terminen werden. Weitere Modelle und Posten stehen unter Vertriebsoutsourcing Kosten.

Rechtlicher Rahmen in Kürze

Telefonische Ansprache von Unternehmen ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG zulässig, wenn eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt, also ein sachlicher Bezug Ihres Angebots zum Geschäft des Angerufenen besteht. Werbe-E-Mails ohne vorherige Einwilligung sind dagegen auch im B2B unzulässig. Für Direktnachrichten auf Plattformen gelten zusätzlich deren eigene Regeln. Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung. Mehr dazu im Ratgeber zur Kaltakquise.

Die Übergabe an den Vertrieb

Viele gute Leads gehen an der Übergabe verloren. Der Vertrieb meldet sich zu spät, kennt den Hintergrund nicht und beginnt das Gespräch von vorn. Eine gute Übergabe enthält:

  • Firma und Ansprechpartner mit Funktion und Durchwahl
  • den Grund für das Gespräch, mit Quelle und Datum
  • was im Gespräch gesagt wurde, wörtlich an den entscheidenden Stellen
  • die offenen Fragen, die Ihr Verkäufer klären muss
  • den vereinbarten Termin, bestätigt von beiden Seiten

Je schneller der Vertrieb anknüpft, desto besser. Bedarf hat ein Verfallsdatum.

Typische Fehler

  • Menge statt Qualität messen. Hundert Formularanfragen ohne Termin sind weniger wert als fünf geprüfte Gespräche.
  • Leads ohne Zuständigkeit übergeben. Wer nicht entscheidet, verschiebt Ihr Angebot nur weiter.
  • Den Zeitpunkt ignorieren. Eine Liste von oben nach unten abzuarbeiten, verbrennt Zielkunden, die in drei Monaten offen gewesen wären.
  • Zu viele Kanäle gleichzeitig. Ein planbarer und ein langfristiger Kanal, sauber umgesetzt, schlagen acht halbe.
  • Keine Rückmeldung aus dem Vertrieb. Ohne Rückmeldung, welche Leads zu Aufträgen wurden, lässt sich nichts verbessern.

Wenn Sie das nicht selbst machen wollen

Wie wir Leads liefern, die im Vertrieb ankommen

Wenn intern die Zeit für Recherche, Ansprache und Nachfassen fehlt, übernehmen wir das: Unsere KI findet Firmen mit aktuellem Bedarf, erfahrene Vertriebsprofis führen die Gespräche, und Sie bekommen bestätigte Termine mit Protokoll. Wie das im Detail abläuft, steht unter Appointment Setting.

Florian Weippert, Inhaber der Vertriebsagentur DEALMAKERS, bei einem Vortrag

Über den Autor

Florian Weippert

Inhaber von DEALMAKERS und seit rund 20 Jahren im B2B-Vertrieb. Bei PayPal hat er die Inside-Sales-Academy mit aufgebaut und über 25 Vertriebler ausgebildet, beim Fintech Billie als Director Business Development Abschlüsse zwischen 30.000 und 500.000 Euro verantwortet und bei der Couplink Group AG den Umsatz in zehn Monaten verdoppelt. Er hat über 20 B2B-Unternehmen betreut, mit VCs und Gründerzentren zusammengearbeitet und war eine Zeit lang Mentor für Start-ups. Dazu über drei Jahre Erfahrung im M&A mit Buy-and-Build-Strategien und Deal-Origination.

Seine Gesprächsführung stützt sich auf Ausbildungen bei Chris Voss (FBI-Verhandlungsführung), Chase Hughes (Verhaltensanalyse), NASHER Negotiation, der Eilert-Akademie (Mimikresonanz) und dem NLP-Zentrum Berlin (NLP-Master DVNLP), dazu systemisches Coaching, eine Hypnose-Ausbildung (zertifizierter Hypnotist) und ein MSc Business Management der Oxford Brookes University. Über 300 Coaching-Sessions mit Vertriebsleuten und Führungskräften.

Mehr über die Menschen hinter DEALMAKERS

Häufige Fragen zur B2B-Leadgenerierung

Was ist B2B-Leadgenerierung?

B2B-Leadgenerierung ist der Weg, auf dem aus unbekannten Firmen Gesprächspartner für Ihren Vertrieb werden. Ein Lead ist dabei nicht jede Adresse, sondern ein Kontakt bei einer passenden Firma, der Interesse oder Bedarf erkennen lässt. Entscheidend ist nicht, wie viele Leads entstehen, sondern wie viele davon zu Gesprächen, Angeboten und Aufträgen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Inbound- und Outbound-Leadgenerierung?

Beim Inbound kommen Interessenten von selbst, etwa über Inhalte, Suchmaschinen, Social Media oder Anzeigen, und hinterlassen ihre Daten. Beim Outbound sprechen Sie Firmen gezielt an, per Telefon oder Direktnachricht. Inbound braucht Vorlauf und funktioniert, wenn genug Menschen nach Ihrem Angebot suchen. Outbound ist schneller planbar und erreicht auch Firmen, die nie von selbst anfragen würden.

Welche Methode der Leadgenerierung ist im B2B die beste?

Die beste Methode ist die, die zu Ihrem Angebot, Ihrer Zielgruppe und Ihrer verfügbaren Zeit passt. Bei erklärungsbedürftigen Angeboten mit mehreren Entscheidern liefert die gezielte Direktansprache von Firmen mit aktuellem Bedarf meist die verwertbarsten Gespräche. Content und SEO wirken langfristig, Anzeigen lassen sich schnell testen. Robust ist ein Mix aus einem planbaren und einem langfristigen Kanal.

Was kostet ein B2B-Lead?

Ein seriöser Preis pro Lead lässt sich nur aus Ihrem eigenen Geschäft ableiten. Rechnen Sie rückwärts: Bei 20.000 € Auftragswert, 40 % Deckungsbeitrag und 20 % Abschlussquote ist ein qualifizierter Termin im Erwartungswert 1.600 € Deckungsbeitrag wert. Soll ein Viertel davon in die Terminierung fließen, liegt die Obergrenze bei 400 € je Termin. Vergleichen Sie Kanäle nach Kosten pro Termin und pro Auftrag, nicht nach Kosten pro Kontakt.

Ist Kaltakquise zur Leadgenerierung im B2B erlaubt?

Telefonische Ansprache von Unternehmen ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG zulässig, wenn eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt, also ein sachlicher Bezug des Angebots zum Geschäft des Angerufenen besteht. Werbe-E-Mails ohne vorherige Einwilligung sind dagegen auch im B2B unzulässig. Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung.

Was ist der Unterschied zwischen MQL und SQL?

Ein Marketing Qualified Lead (MQL) hat Interesse gezeigt, etwa durch einen Download oder eine Anfrage, ist aber noch nicht geprüft. Ein Sales Qualified Lead (SQL) ist vom Vertrieb oder vorgelagert geprüft: Die Firma passt, die Person ist zuständig, es gibt Bedarf und einen vereinbarten nächsten Schritt. Für den Vertrieb zählt vor allem der SQL.

Sollte ich Leads kaufen?

Gekaufte Adressen und Leads decken einen Markt schnell ab, sagen aber wenig darüber, wer gerade Bedarf hat und wer zuständig ist. Die Prüfung und Nacharbeit liegt bei Ihnen. Wer Leads kauft, sollte deshalb nicht nach Preis pro Kontakt vergleichen, sondern messen, wie viele davon zu Terminen und Aufträgen werden.

Leads, die im Vertrieb ankommen.

Wenn Sie prüfen möchten, welcher Weg der Leadgenerierung zu Ihrem Angebot passt, erreichen Sie DEALMAKERS direkt per Telefon oder E-Mail.